Der Umgang von Angehörigen mit kognitiv eingeschränkten Eltern ist oft von einer Umkehrung der Verhältnisse aus der Kinderzeit geprägt. Da uns die Eltern ins Leben brachten, ist es nachvollziehbar, dass Kinder ihre Eltern am Lebensabend begleiten und sich die Verhältnisse umkehren: Kinder versuchen sich nicht selten in ähnlichen Erziehungsmethoden wie die Eltern früher. Das ist in Ordnung und nachvollziehbar. Handelt es sich jedoch um den Umgang mit kognitiv (hier demenziell) eingeschränkten Eltern, ist eine solche Herangehensweise zunächst von Irrtümern und Fehlern geprägt. Auch das ist in Ordnung, wenn man das erkennen will und ändern kann. Wird das nicht erkannt, ist Frust vorprogrammiert.
Dazu ein Beispiel: Maja Musterfrau kennt ihre Mutter ganz genau, schließlich sind sie seit ca. 50 Jahren Mutter und Tochter. Mama hat die Diagnose Demenz bekommen und Maja versucht mit aller Liebe eines Kindes, ihrer Mutter bei der Bewältigung des Alltags zu helfen.
»Komm, Mama, wir gehen eine Runde spazieren.
