Als Angehörige eines Menschen mit Demenz können Sie diesen nicht für das verantwortlich machen, was wir allgemein als Fehler bezeichnen, unabhängig davon, ob eine Handlung oder Unterlassung von dem anderen oder Ihnen selbst auszugehen scheint. Das erlaubt die Situation einfach nicht. Daher kann es ziemlich schnell passieren, dass Sie, von der Situation ohnehin belastet, auch noch dem Gedanken nachgeben, selbst verantwortlich zu sein für alles, was schief läuft.
Das ist weder nötig noch hilfreich. Nötig ist es nicht, weil kein Gesetz des Lebens Ihnen die Verantwortung für die Demenz des geliebten Menschen überträgt. Hilfreich ist es nicht, weil Sie beide wirklich genug zu tun haben, um mit all den neuen Situationen umzugehen. Keine Gesetz zwingt Sie dazu, sich das Leben schwerer zu machen, als es in dieser Situation sowieso ist.
Sie dürfen fehlerfreundlich sein. Sie entscheiden, was ein Fehler ist. Immer.
Was bedeutet Fehlerfreundlichkeit? Im Grunde ist Fehlerfreundlichkeit zunächst nicht, Fehler willkommen zu heißen nach dem Motto: Fehler passieren eben; sondern Ihre Freundlichkeit gegenüber Fehlern an sich, denn Fehler regieren die Welt.
»Die Zeit vergeht ungehindert.
