Eine wirklich wichtige und unerlässliche Eigenschaft im Umgang mit Menschen mit Demenz ist Geduld. Das scheint für ungeduldige Menschen keine gute Nachricht zu sein. Zum Beispiel immer wieder die gleichen Geschichten zu hören und vielleicht dazu noch zu wissen, diese Geschichten stimmen nicht oder nicht ganz so, wie sie immer wieder neu erzählt werden, kann ermüdend sein und frustrieren. Kann, muss es aber nicht.
Menschen mit Demenz haben genau so wie alle Menschen den Drang nach Geschichten, die ihre Welt abbilden. Der Unterschied zu Menschen ohne Demenz ist, dass diese sich ihre Geschichten merken … so der weit verbreitete Irrglaube. Es gibt wenig unzuverlässigeres als Zeugen und das ist gut so. Warum? Weil wir in der Gegenwart leben und jede Gegenwart die Vergangenheit beeinflusst, oder sagen wir der Einfachheit wegen: die Erinnerung an die Vergangenheit. Das, was wir als Vergangenheit bezeichnen, ist ein Konzept, welches ausschließlich in der (jeweiligen) Gegenwart wirkt. Wenn wir uns genau beobachten, und das ist möglich, werden wir feststellen, dass auch unsere Geschichten über die Vergangenheit sich in kleinen Details verändern.
Ein Mensch mit Demenz erkennt ebenso wie jeder Mensch Muster in seiner Welt und interpretiert diese und erzählt darüber. Es ist nicht an uns, zu entscheiden, ob diese Geschichten wahr sind oder nicht, und es ist auch nicht an uns, zu entscheiden, wann diese Geschichten wie und vor allem wie oft sie erzählt werden. Wir brauchen Geduld und zwar eine ganze Menge davon.
Am Besten lernt man Geduld durch Nachsicht und Behutsamkeit. Nachsicht und Behutsamkeit lernen wir durch die Entschleunigung unsere Gedanken und Handlungen.
»Die Menschen nehmen verschiedene Wege, um Erfüllung und Glück zu finden.
