Die wahrscheinlich ersten Reaktionen spätestens auf die klinische Diagnose der Demenz sind Wut, Trauer und alle begleitenden Synonyme wie Frustration, Hilflosigkeit und alles, was dazu gehört. Vor allem scheint uns die Akzeptanz einer solchen Diagnose schwer zu fallen. Warum? Weil ihre Folgen so fürchterlich und unvermeidbar sind. Unser Mangel an Akzeptanz ist im Grunde das Eingeständnis unserer Hilflosigkeit, unseres Verlustes an Kontrolle, gepaart mit der leiser und leiser werdenden Hoffnung, das irgendwie doch noch hinzubekommen. Vielleicht sogar die Erkenntnis, dass wir niemals wirklich Kontrolle über unser Leben hatten.
Angesichts der Diagnose Demenz fühlen wir uns oft wie kleine Kinder und wünschen uns nichts sehnlicher, als dass das Ganze irgendwie aufhört und wir aus einem schlechten Traum erwachen. Schweißgebadet zwar, aber froh, dass es nur ein Traum war. Eigentlich hätten wir gern eine wie auch immer geartete Instanz, die uns die Last abnimmt und sagt: Es werde Licht. Das heißt: wir wollen den Kontrollverlust, aber eben einen, der es für uns besser macht.
