Es geht ein Gespenst um die Welt. Das Gespenst der Kontrolle. Und in der Tat handelt es sich dabei um das wohl häufigste und auch hartnäckigste Gerücht der Welt. Kontrolle scheint der große Menschheitstraum zu sein. Staaten wollen ihre Bürger kontrollieren, Eltern ihre Kinder und Kinder ihre Eltern. Aber alle reden von Freiheit und der Wichtigkeit, die Freiheit auch zu verteidigen. Der Widerspruch fällt selten auf.
Das erste, was in der Schlacht verloren geht, ist der Plan. Davon kann jeder, der mit kognitiv eingeschränkten Menschen arbeitet, ein Lied singen. Und trotzdem scheint es in der Demenzarbeit vorwiegend Konzepte zu geben, die Demenz, oder eher die Patienten, zu kontrollieren. Selbstverständlich geschieht das meist aus dem wohlgemeinten Grund, Hilfe zu leisten.
Diese Tatsache, einmal verinnerlicht, erspart uns eine Menge sinnloser Arbeit, Enttäuschungen und Ärger. Statt die Demenz kontrollieren zu wollen, wäre es sinnvoll, sich auf das Leben mit der Demenz einzurichten und ihr den Raum und die Zeit zu geben, die sie im individuellen Fall braucht.
