»Ach komm« – sagt Hans zu seiner Frau – »wir engagieren halt eine 24-Stunden-Pflegekraft aus dem Wiewunderland, dann wird das schon. Das entlastet uns, wir können weiter arbeiten gehen, und ein Zimmer haben wir auch noch frei, seit die Kinder ausgezogen sind. Hauptsache: Mama ist versorgt.«
So oder ähnlich verlaufen die Entscheidungsprozesse für eine sogenannte 24-Stunden-Pflegekraft in einem Stadium der Demenz, in dem von Angehörigen festgestellt werden muss: Wir schaffen das nicht allein ….
Nur zu gern wird dabei dem Irrglauben angehangen, es handele sich dabei um den preiswerten Einkauf von guten Feen, die, wie der Name suggeriert, 24 Stunden am Tag verfügbar sein sollen, denn Mama soll es schließlich gut gehen – wenn die Kinder keine Zeit haben oder auch mal frei machen wollen oder irgendwie irgendetwas anderes Wichtiges zu tun ist.
Lieber Hans, liebe Sigrid,
eure Mutter hat keinen Schnupfen und auch die 24-stündige Anwesenheit einer unterbezahlten und oft nicht ausgebildeten guten Fee, fern ihrer Heimat, entlastet euch nicht von der Dringlichkeit der Entscheidung, wie es – mit eurer tatkräftigen Hilfe – weitergehen soll mit Mama.
