Der mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit einschneidendste Moment im Zusammenleben mit Menschen mit Demenz ist der, wenn der andere plötzlich fragt: »Wer sind Sie denn?«, oder bereits die dem vorausgehende Stufe der sehr gravierend erscheinen könnenden Persönlichkeitsveränderungen, die beide mal mehr und mal weniger ausgeprägt erscheinen. Beide Phasen können wiederum von Phasen des scheinbar ungebrochenen Erkennens oder der Rückkehr in vorherige Persönlichkeitsmerkmale unterbrochen werden. Sätze wie: »Ich erkenne meinen Mann, meine Frau, meinen Vater oder meine Mutter nicht mehr wieder.« dürften alle Angehörigen von Menschen mit Demenz kennen. Das ist schwer zu ertragen und die Hoffnung, dass sich das wieder zum früheren Zustand, zur früheren Beziehung reguliert, ist in der Regel leider vergeblich.
Anstatt jedoch als Angehöriger ab diesen Momenten scheinbar verständlicherweise hoffnungslos zu werden, kann man, auch eingedenk der Tatsache, dass Hoffnungslosigkeit nichts besser macht, damit beginnen, den Menschen mit Demenz neu kennenzulernen. Das klingt zunächst etwas weit hergeholt, ist aber bei genauer Betrachtung zumindest eine offene Art und Weise, mit den ohnehin in Aussicht stehenden Veränderungen nicht nur des Gegenübers, sondern auch des gesamten Lebens umzugehen. Auch hierbei kann eine gute Demenzbegleitung helfen.
Wenn es Ihren Partner betrifft, verlieben Sie sich doch einfach neu. Versuchen Sie es. Wenn es ein Mensch ist, den Sie bisher geliebt haben, dann können Sie diesen Menschen auch weiterhin und neu lieben.
Haben und üben Sie Geduld mit der Demenz, dem davon betroffenen Partner und nicht zuletzt mit sich selbst.
