Monika traut ihren Augen nicht: … da sieht sie doch, wie Papa die nette Pflegekraft anhimmelt und sich aufführt wie ein eitler Pfau … was geht denn hier ab??? Außerdem hat sie erst gestern beobachtet, wie Papa und die nette Pflegekraft sich umarmten, und sich zunächst nichts dabei gedacht. Aber jetzt? Da läuft doch was!
Erschüttert spricht sie am Abend mit der Familie und alle sind irgendwie ratlos: Was passiert da? Wie verhindert man komische Sachen? Was ist, wenn Papa sein Testament ändert? Das kann doch alles irgendwie gar nicht sein? Ist das eigentlich erlaubt? Und hat Papa nicht schon immer blonde Frauen mit großen Brüsten gemocht? Da stimmt doch irgendetwas nicht!
… und plötzlich begegnet man Papa und vor allem der netten Pflegekraft mit Argwohn und Misstrauen als Basis der gemeinsamen Zukunft. Und weil man sich ja irren und alles eigentlich ganz harmlos sein könnte, aber man dem ganzen Braten doch nicht über den Weg traut (und man hat ja schon so viel gehört!), eiert man herum, wird immer unklarer und die Zweifel und das Problem wachsen wie Orangen in der warmen Sonne Spaniens … Hossa! Olé!
Der schmale Grat zwischen professioneller Nähe und emotionaler Abhängigkeit
Ein nicht zu unterschätzendes Thema in der Pflege, Therapie und sozialen Begleitung über einen kurzen Zeitraum hinaus ist das große Potential der Entstehung emotionaler Abhängigkeiten der zu pflegenden Menschen von zur Hilfe bestimmten Menschen, auf deren unmittelbare Hilfe sie über einen längeren bis langen Zeitraum angewiesen sind. Das kann im besten Fall zu schönen Beziehungen und Lebensfreude führen und im schlimmsten Fall bis hin zur Entfremdung zwischen Angehörigen gehen, aufgrund stetig wachsender emotionaler Bevorzugung der Hilfspersonen durch den hilfebedürftigen Menschen bei gleichzeitiger Nichtbeachtung der Grenzen durch Hilfspersonen.
